Kunstwerke aus Eis: Wanderung zum Klingenden Wasserfall

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Klingender Wasserfall
Im Sommer fließt meist nur ein unscheinbares Rinnsal die Sandsteinstufen in der Hüttenbachschlucht hinunter. Bei frostigen Temperaturen verwandelt sich der Bach jedoch in den imposanten Klingenden Wasserfall. Foto: Clemens Helldörfer

Es ist gerade richtig eisig kalt. Auch wenn sich der eine oder andere sich über kalte Füße beklagt, hat der strenge Frost auch seine guten Seiten: Der Klingende Wasserfall bei Haimendorf zum Beispiel hat sich in ein beeindruckendes Kunstwerk aus Eis verwandelt. Von Röthenbach/Pegnitz aus kann man ihn auf einer schönen Halbtagestour erwandern. Wer nur einen Spaziergang machen möchte, startet in Haimendorf.

Meine Wanderfreunde und ich reisen umweltfreundlich mit der S-Bahn-Linie 1 aus Nürnberg an. Vom Haltepunkt Röthenbach-Seespitze, führt der Jakob-Krieger-Weg, der mit Grünstrich markiert ist, in knapp zwei Stunden auf den Moritzberg.

Der Himmel für Pferde

Nachdem wir die Autobahn überquert haben, ist das erste Etappenziel Himmelgarten. In dem kleinen Dorf leben wahrscheinlich mehr Pferde als Menschen und das Ortsbild ist von Stallungen und Koppeln geprägt. An einem Teich führt der Wanderweg rechts vorbei in ein Waldgebiet, das überschwemmt und jetzt dick vereist ist. Bei der Querung ist Vorsicht geboten, an manchen Stellen trägt das Eis nicht. Bald wird der Weg wieder einfacher, es geht über Wiesen und an Koppeln vorbei in die Grüne Au. Von hier aus folgen wir einer Straße nach links und erreichen nach wenigen Minuten Haimendorf.

Haimendorf
Haimendorf liegt idyllisch am Moritzberg

Schon bald ist das Schloss der Nürnberger Patrizierfamilie Fürer zu sehen, das in seiner jetzigen Form im Jahr 1565 erbaut wurde. Es gilt als einer der besterhaltenen Adelssitze der Renaissance in Franken.
Von Haimendorf sind es nun noch gut eineinhalb Kilometer bis auf den Gipfel des Moritzbergs (603 Meter).

Auf dem Moritzberg warten eine Kapelle, ein Gasthaus und der Aussichtsturm – und man ist nie alleine.

Über die mit Grünstrich und vielen anderen Zeichen markierten und teilweise rutschigen Hohlwege machen wir uns auf den Abstieg nach Haimendorf. In der Von-Fürer-Straße weist ein Schild den Weg zum Klingenden Wasserfall. Am Campingplatz und Koppeln vorbei führt ein Weg bergab in den Wald. Jetzt muss nur noch der Hüttenbach überquert werden und schon bietet sich ein großartiger Ausblick auf den gefrorenen Wasserfall.

Der Wind macht die Musik

Allerdings klingt er heute nicht: Normalerweise erzeugen Wind oder hinter den Eiszapfen entlanglaufendes Wasser die Tonfolgen. Durch die niedrigen Temperaturen ist das Eis aber so dick, dass fast nichts mehr fließt.

 

Klingender Wasserfall
Väterchen Frost verwamdelt den Klingende Wasserfall bei Haimendorf in ein Kunstwerk aus Eis.

Auf dem Schönberger Jakobsweg, der mit dem grünen Kringel markiert ist, setzen wir die Wanderung fort. Nach wenigen Hundert Metern wartet ein weiteres Naturschauspiel, der „Sprosselbrunn“. Das glasklare Quellwasser sprudelt aus drei Löchern in einer Sandsteinwand und ist derzeit ebenfalls von bizarren Eisgebilden umrahmt. Noch wenige Meter, bis zur Straße Himmelgarten-Schönberg, folgen wir dem markierten Wanderpfad. Nun geht es ohne Markierung nach links entlang der Straße nach Himmelgarten. Von hier aus führt der bekannte Jakob-Krieger-Weg zurück zur S-Bahn-Haltestelle in Röthenbach.

Kurzvariante möglich

Wem die Wanderung bei eisiger Kälte zu lang ist, der kann auch mit dem Auto nach Haimendorf fahren und eine Kurzvariante machen.

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