Rundwanderung um Neukirchen

Franken, Touren-Archiv, Wandern

Sonnige Wiesen, verwunschene Wälder und ein aussichtsreicher Gipfel: Diese etwas über zwölf Kilometer lange Rundwanderung um Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg ist wunderschön. Ganz nebenbei kann man noch jede Menge über Kultur, Geologie und Natur im Frankenjura erfahren.

Toller Ausblick vom 531 Meter hohen Hartenfels. Er ist auch bei Kletterern beliebt.
Vom 531 Meter hohen Hartenfels hat man einen großartigen Blick über Neukirchen und die Hügel des Frankenjura.
Die katholische Kirche in Neukirchen.

Die Orientierung ist einfach, denn der Weg ist mit dem Zeichen Mehlbeerblatt durchgängig gut ausgeschildert. Startpunkt ist der Bahnhof in Neukirchen, der stündlich von der R4 aus Nürnberg bedient wird. Von dort führt die Hauptstraße ins Zentrum des kleinen Ortes. Wer noch keinen Proviant hat, kann hier bei mehreren Geschäften den Rucksack füllen.

Immer den Wegweisern mit dem grünen Mehlbeerblat folgen!

Zwischen katholischer und evangelischer Kirche zeigt ein Wegweiser nach links in Richtung Grasberg. Bergan folgt man der Kiefernstraße und der Grasberger Straße bis zum Sportplatz und zu einem roten Neubau. Hier steht eine Informationstafel, an der auch das Heft „Eine Juralandschaft erzählt“ mit etwas Glück bereitliegt. Die Broschüre erläutert ausführlich interessante Punkte auf dem Weg.

Über Wiesen nach Grasberg

Direkt am Zaun des Sportplatzes führt ein Wiesenpfad leicht ansteigend zum kleinen Weiler Grasberg. An einer Scheune am Ortseingang hat ein Imker seine Bienenstöcke aufgestellt.

Der Hüllweiher, der nur durch Regen gespeist wird, war früher die einzige Wasserversorgung für Mensch und Tier.

Eine Juralandschaft erzählt…

Einige Meter weiter ist eine Besonderheit von Albhochflächen und die erste Station des Lehrpfades zu sehen: Der Hüllweiher, der nur durch Regen gespeist wird, war früher die einzige Wasserversorgung für Mensch und Tier. Heute ist Grasberg freilich an die Wasserversorgung angeschlossen und der kleine Teich dient nunmehr Molchen und Kröten als Laich- und Tummelplatz. Pflanzen überwuchern langsam aber sicher einige Meter weiter einen leerstehenden, aber in seiner Bauweise für die westliche Oberpfalz typischen Bauernhof mit Scheune.

Der Hüllweiher in Grasberg ist heute ein Biotop für Frösche.

Nach diesem kleinen Abstecher in die Kulturgeschichte führt die Wanderung zurück in die Natur. Und die ist nördlich von Neukirchen besonders abwechslungs- und artenreich: Über Wiesen, Felder, Heckenlandschaften geht es in den großen Sauergiebel-Wald. Hier nisten in alten Baumhöhlen oder Kästen, die unter anderem der Landesbund für Vogelschutz aufgehängt hat, die heimlichen Jägerinnen der Nacht: Vier Eulenarten sind hier heimisch. Von ihrer Existenz zeugen Gewölle, die immer wieder am Wegesrand zu finden sind.

Dolinen sind typisch für die Karstlandschaften der Frankenalb.

Eine Juralandschaft erzählt…

Wer sich für Geologie interessiert, stößt einige Minuten später auf eine große Doline. Sie ist typisch für die Karstlandschaften der Frankenalb. Von einem ehemaligen Tiefbrunnen, einige Meter weiter, ist leider nicht viel zu erkennen.

Vom dichten Wald auf die weite Flur

Kurz vor dem Dorf Mittelreinbach tritt der Wanderer aus dem dichten Wald auf die freie Flur. An einer Scheune vor dem Ortseingang biegt die südliche Schlaufe nach rechts in Richtung Holnstein ab. Wer viel Zeit und Ausdauer mitbringt, kann aber auch die sechs Kilometer längere Route über Steinbach wählen.

Uns reicht heute die Kurzvariante, sie führt durch ein idyllisches Bachtal mit einer großen Vielfalt an Sumpf- und Wiesenblumen sowie Schmetterlingen. Holnstein mit seinem Schloss ist schon von weitem zu sehen. Die örtliche Brauerei hat leider vor einiger Zeit, nach über 500 Jahren, ihren Betrieb eingestellt. Das Schloss mit seiner wechselvollen Geschichte – es soll einst der Sitz von Raubrittern gewesen sein – und die dazugehörige Kapelle sind leider nicht öffentlich zugänglich.

So muss Spalierobst wachsen! Ein wunderschöner Baum am Ortseingang von Holnstein.

Die „Mehlbeere“ weist schon am Ortseingang, bei einem blauen Haus mit einem prächtigem Spalierobstbaum nach rechts zum Spiel- und Sportplatz. Nun beginnt nun ein aussichtsreicher und gemächlicher Spaziergang über Wiesen und Felder. Ein Blick zurück auf die Hohe Zant, den Hausberg der Holnsteiner, lohnt. Nach einem Waldstück quert der Weg eine Straße, führt erneut durch einen Wald stößt wieder auf eine kleine Straße. Hier geht es scharf nach rechts immer am Waldrand entlang. Hier wurde einst Ocker abgebaut und dann in den nahen Zoeller-Werken zu „Neukirchener Gelb“ verarbeitet. Dieses Kapitel Industriegeschichte verschwindet allerdings nach und nach unter Brombeerbüschen.

Großartiger Ausblick vom Hartenfels

Abseits des Weges findet man seltene Orchideen, wie den Frauenschuh.

Das letzte Drittel der Wanderung ist das beschwerlichste, aber dafür werden die Wanderer am Ende mit einem großartigen Ausblick belohnt. Durch einen schönen Buchenwald führt ein Pfad entlang von Felsen auf den sonnigen Gipfel des Hartenfelses (531 Meter). Im Mittelalter stand hier einst eine Burg, von der noch Mauerreste zu erkennen sind. Die Burgherren von damals und die Besucher von heute schauen über Neukirchen und den Peilstein und dann weit in die Hügellandschaft. Aber auch ein Blick auf den Boden unter den Füßen lohnt: 14 Orchideenarten sind hier heimisch. Außerdem wächst die Neukirchener Mehlbeere mit ihren grob gesägten Blättern. Sie kommt nur rund um den Hartenfels vor.

Nach einer Rast unter dem Gipfelkreuz steht die größte Herausforderung der Tour an: Selbst der ausgeschilderte „Bequeme Weg“ nach Neukirchen ist steil. Den abenteuerlichen Pfad, der an Höhlen an der Südseite des Felsmassives vorbei führt, sollten nur trittsichere und geübte Wanderer nutzen.

Einkehrschwung in Neukirchen

Nach wenigen Minuten ist der östliche Ortsrand von Neukirchen erreicht. Über die Peilsteiner Straße und die Hauptstraße geht es zurück zum Bahnhof. Auf dem Weg liegt der Neukirchner Hof mit sehr guter regionaler Küche und der etwas einfachere, aber ebenfalls empfehlenswerte Gasthof „Zur Post“ mit deutscher und italienischer Küche.

Wichtig zu wissen:

Länge und Schwierigkeit: Die Tour ist 12,4 Kilometer lang und bis auf den Auf- und Abstieg zum Hartenfels sehr bequem zu gehen. Die An- und Abstiege halten sich mit je 200 Metern auch in Grenzen. Die Tour ist durchgängig mit dem grünen Mehlbeerblatt markiert. Hier findest du den Komoot-Link mit gpx-Daten zur Tour.

Anreise: Von Nürnberg am schnellsten mit der Bahnlinie R4, die stündlich verkehrt und nur 30 Minuten braucht. Wer mit dem Auto über die B14 anreist, parkt am Bahnhof oder am Sportplatz.

Einkehrmöglichkeiten in Neukirchen bei Sulzbach-Rosenberg:
Neukirchner Hof, Hauptstraße 4, Telefon: 09663/ 9141-0
Landgasthof und Pizzeria Zur Post, Bahnhofstraße 3, Telefon 09663/ 201851

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